Es war einmal..., so beginnen viele unserer Märchen. Aber auch Tradition hat einmal in der Vergangenheit einen Anfang genommen. 40 Jahre Stadtpokalschießen, da gehört es sich auch, über Geschichte, die Anfänge und besondere Höhepunkte zu berichten.

In den Jahren von 1971 bis 1980 wurde in Bayern die Gemeindegebietsreform,  mit dem Ziel leistungsfähige Gemeinden und Landkreise zu schaffen, durchgeführt. Davon war auch unsere Region betroffen. Die getroffenen Entscheidungen waren nicht immer beliebt und stießen in der Öffentlichkeit und den betroffenen Gemeinden auf Ärger und Unverständnis.

Am 01.07.1972 wurde der Landkreis Wasserburg aufgelöst und sein Gebiet den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf am Inn, Ebersberg und Erding zugeteilt.

Zum 01.05.1978 wurden unter anderem die Gemeinden Edling und Reitmehring aufgelöst und der Stadt Wasserburg zugeteilt.

Im Schützenwesen sind teilweise bis heute die alten Grenzen erhalten geblieben. So umfaßt der Schützengau Wasserburg-Haag bis heute ziemlich genau das Gebiet des alten Landkreises Wasserburg.

Vor diesem geschichtlichen Hintergrund trafen sich im Jahr 1978 die Vorstände der, dem neuen Stadtgebiet zugeordneten, vier Schützenvereine (Schützenbrüder Wasserburg- Sebastian Hausberger, „Wagnerwirtschützen“ Reitmehring- Josef Schneider, Schützengesellschaft Staudham- Konrad Färber und Schützenverein Edling- Georg Hiebl). Ziel des Treffens war es, der neu auferlegten, politischen Zwangsgemeinschaft eine positive Seite abzugewinnen, und von Seite des Schützenwesens diese Gemeinschaft zu fördern.

Eine gemeinsame Schießveranstaltung sollte es werden. Dieser Vorschlag stieß auch bei dem damaligen 1. Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Hr. Dr. Geiger auf offene Ohren.

Die Stadt Wasserburg stiftete hierzu einen schönen Zinnpokal, welcher jedes Jahr zwischen den vier Vereinen ausgeschossen werden sollte. Gewinnt ein Verein diesen Pokal dreimal, so bleibt er im Verein, und die Stadt Wasserburg stiftet einen neuen Pokal.

Als Schießmodus wurde festgelegt: Die 10 besten Schützen eines Vereins bilden eine Mannschaft. Jeder Schütze hat 10 Schuß nach DSB-Wertung auf den Stadtpokal.

Die 10 besten Ergebnisse werden zusammengezählt (DSB-Wertung: max. Ringe von 100 minus tatsächliche Ringe addiert mit dem besten Teiler der Serie. Z.B. ein Schütze schießt 95 Ringe und hat einen Teiler von 53,4, das ergibt 100-95+53,4 = 58,4 Punkte. Das heißt je kleiner das Ergebnis umso besser).

Diese Modalitäten haben bis heute Gültigkeit.

Das „Stadtpokalschießen“ der Stadt Wasserburg am Inn war geboren, und wurde vom 19.11.1978 bis 24.11.1978 bei den „Wagnerwirtschützen“ Reitmehring durchgeführt.

An dieser Schießveranstaltung nahmen 167 Schützen, davon 33 Jungschützen teil.

Gewinner des 1. Stadpokalschießens waren damals die „Wagnerwirtschützen“ Reitmehring mit 897 Punkten, gefolgt von Edling mit 1129 Punkten, Wasserburg mit 1528 Punkten und Staudham mit 1967 Punkten.

Ebenso wurden Meisterwertungen (Geldpreise) auf Ringergebnisse, Glückswertung (Sachpreise) auf Teiler und Punktwertung (Geldpreise) auf Teiler ausgeschossen.

Gewinner der Meisterwertung allgemein war Siegfried Kerschl aus Edling mit 95 Ringen, Meisterwertung Jungschützen bis 17 Jahre Walter Klitzner aus Reitmehring mit 92 Ringen,

Glückswertung Hans Storfinger aus Staudham mit einem 28 Teiler, Punktwertung Franz Gfüllner aus Wasserburg mit einem 18 Teiler.

Die politische Gemeinde Edling nahm, wie viele andere, die Eingemeindung nicht kampflos hin und wurde, mit dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichthofes vom 29.04.1981, wieder selbständig.

Das Stadtpokalschießen hat diesen politischen Wandel überstanden und ist zu einer wertvollen Tradition geworden.

Beim 5. Stadtpokalschießen 1982 war die bis dato höchste Beteiligung mit 199 Teilnehmern zu verzeichnen. Der 1.Stadtpokal wurde zum dritten Mal von Reitmehring gewonnen, und gehörte nun endgültig den Reitmehringern.

Das 17. Stadtpokalschießen 1994 war verbunden mit dem Standeröffnungsschießen der Schützenbrüder Wasserburg, welche seit dieser Zeit ihre Heimat im Untergeschoss der Badria hat.

Das 18. Stadtpokalschießen 1995 war verbunden mit dem Standeröffnungsschießen der „Wagnerwirt“ Schützen Reitmehring. Das neu erbaute Schützenheim lockte 255 Teilnehmer an den Stand, ein bis heute ungebrochenes Rekordergebnis.

Zum 22. Stadtpokalschießen 2000 in Reitmehring wurde von den vier Vereinsvorständen beschlossen zusätzlich einen „Stadtpokalkönig“ auszuschießen. Der erste Schütze welcher die Königwürde erringen konnte war Horst Knaller von der SG Staudham mit einem 54,4 Teiler.

Aber ein Schützenkönig ohne Kette ist auch nur eine halbe Sache, deshalb entschlossen sich die vier Vereinsvorstände zur Anschaffung einer Königskette für den Stadtpokalkönig.

Der damalige Edlinger Schützenmeister Georg Hiebl nahm sich der Sache an, und 2002 war die Kette fertig. Gefertigt wurde sie von dem bereits verstorbenen Goldschmied Josef Baumer aus Schleching. Die Anschaffungskosten waren mit 2460 € durchaus beachtlich.

Von der Stadt Wasserburg wurden seit Beginn des ersten Schießens 9 Stadtpokale gestiftet.

Der 1. konnte dauerhaft von Reitmehring gewonnen werden, die anderen 7 wurden allesamt von Edling gewonnen. Um den 9. Stadtpokal wird seit 2016 und die nächsten Jahre hart in fairem Wettstreit gekämpft werden. Bisher schaut es da aber für die Edlinger nicht gut aus.

Vom 21.02.2018 bis 25.02.2018 fand das 40.Stadtpokalschießen statt.

Es waren insgesammt 185 Starter. Das der Schießsport eine Sportart für Alt und Jung ist stellte eindrucksvoll die Alterspanne von 82 Jahren unter Beweis. Der jüngste Schütze war Jonas Mader mit 5 Jahren vom SV Edling, der älteste Schütze war Josef Rada mit 87 Jahren ebenfalls vom SV Edling.

Der diesjährige Gewinner des Stadtpokals ist der SV Edling mit 492,0 Punkten, gefolgt von den „Wagnerwirt“ Schützen Reitmehring mit 557,6 Punkten, der SG Staudham mit 647,2 Punkten und den Wasserburger Schützenbrüdern mit 1647,0 Punkten.

Es bleibt weithin spannend im Kampf um den 9. Stadtpokal.

Bgm. Kölbl übereichte dem Edlinger Schützenmeister Herbert Tolks den Stadtpokal und allen vier Schützenmeistern die Jubiläumsmedaille.

Eine bemerkenswerte Leistung sind die 77,2 Punkte von Jonas Mader, der sich als fünfjähriger Bub mit dem Lichtgewehr unter die besten 10 Ergebnisse vom SV Edling geschossen hatte und somit einen Beitrag zum Gewinn des diesjährigen Stadtpokals leistete.

Jeder Verein erhielt als Erinnerungsgabe einen künstlerisch gestalteten Pokal, welcher im Maßstab 1:20 eine Luftgewehrkugel und ein Ringkorn darstellt. Diese Pokale wurden von unserem Ehrenschützenmeister Wolfgang Kloos entworfen und gestiftet.

 

Stadtpokalkönig wurde Jakob Schnetzer vom SV Edling mit einem 37,0 Teiler gefolgt von Markus Reich von den „Wagnerwirt“ Schützen Reitmehring mit einem 59,6 Teiler. Beide erhielten zur Erinnerung eine Königsnadel und der König zusätzlich die Jubiläumsmedaille von Bgm. Kölbl überreicht.

Auch hier gab es eine besondere Überraschung. Lorenz Bodmaier aus Reitmehring und Wolfgang Kloos haben für die Stadtpokalkette einen hochwertigen und praktischen Holzkoffer selbst entworfen, gefertigt und anläßlich der Preisverteilung den vier Vereinen gestiftet. Es sind die Menschen wie z.B. Bodmaier und Kloos die mit ihren Ideen und ihrem Einsatz eine Gemeinschaft fördern und damit allen ein gutes Vorbild geben.

 

Die Meisterwertung wurde der seit 2018 geltenden Sportordnung des DSB angepaßt, nachfolgend eine Auflistung der Erstplazierten mit den Ringergebnissen:

Meister A (Herren, Damen I und II; Jun I) Johanna Keiluweit aus Edling mit 99 Ringen

Meister B (Herren, Damen III und IV) Hans Geidobler aus Edling mit 95 Ringen

Meister C (Senioren I bis III) Lorenz Bodmaier aus Reitmehring mit 100 Ringen

Meister D (Senioren IV und V) Manfred Hallmann aus Staudham mit 100 Ringen

Meister E (Jugend, Jun II) Lisa Weiß aus Edling mit 99 Ringen

Meister F (Schüler) Patrick Linner aus Reitmehring mit 91 Ringen

 

Alle Erstplazierten in der Meisterwertung konnten zwischen dem ausgelobten Geldpreis oder der silbernen Jubiläumsmedaille wählen.

 

Eine herausragende Leistung muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden.

Lorenz Bodmaier von den „Wagnerwirtschützen“ Reitmehring hatte in der Aufgelegtklasse Senioren II insgesamt 10 Serien geschossen und einen Schuß auf die Königsscheibe abgegeben also insgesamt 101 Schuß und allesamt mit dem bestmöglichen Ringergebnis von 10 Ringen.

 

Der Erstplazierte in der Glückswertung ist Denny Becker aus Reitmehring mit einem 5,0 Teiler. Er durfte sich als erster einen der 80 schönen Sachpreise auswählen.

 

Die Erstplazierte in der Punktwertung ist Johana Keiluweit aus Edling mit einem 6,0 Teiler. Sie durfte sich über einen Geldpreis in Höhe von 20 € freuen.

Das nächste Stadtpokalschießen 2019 wird bei den Schützenbrüdern Wasserburg stattfinden.

 

Als Veranstalter des 40.Stadtpokalschießen bedanken wir uns im Namen der vier „Stadtpokalvereine“ bei der Stadt Wasserburg für die freundschaftliche und immer großzügige Unterstützung. Sowie bei allen Spendern und Gönnern für ihre Unterstützung.

 

 

Ergebnisheft für das Stadpokalschießen 2018
  Liste der Spender

 

Programm für das Stadtpokalschießen 2018 und Schiesszeiten
   
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